FLUKKS+PROFIL
Vor Ort: Theater im Ballsaal
Wo?
Bonn, südlichster Zipfel von Nordrhein-Westfalen. Unser Theater ist eingebettet in die Bonner Kulturmeile im Stadtteil Endenich und hat sein Zuhause in einem fast 200 Jahre altem Ballsaal.
Woran erkennt man euer künstlerisches Profil?
Wir sind ein freies Theaterhaus und zeigen Theater und Performances sowie zeitgenössischen Tanz, bieten aber auch klassischen Konzerten und Neuer Musik eine Bühne. Ganz unüblich wird unser Haus künstlerisch von den zwei freien Gruppen fringe ensemble und CocoonDance geleitet und bespielt. Hinzu kommen Veranstaltungen im Rahmen von Netzwerken und Gastspielen.
Was macht eure Arbeit dabei besonders oder anders?
Das Besondere beginnt schon in unserem Raum: Eine variable Tribüne ermöglicht es, dem Publikum immer wieder neue Perspektiven zu bieten bis hin zum kompletten Aufbrechen der Bühnenperspektive und Integration des Publikums ins Bühnengeschehen. Die Nähe zwischen Publikum und Künstler:innen setzt sich über die Vorstellung hinaus fort: in neuen Formaten der Vermittlung und ganz einfach auch in der Begegnung in unserem Foyer. Wir zeigen überwiegend Stücke, die nach intensiven Recherchen und aus unterschiedlichem Material (Texten, Interviews, Workshops) entwickelt werden. Im Fokus: gesellschaftliche Themen, experimentelle Performance-Formate und außergewöhnliche Bewegungsformen.
Stadt oder Land?
Bundesstadt – das macht es aber eher schwieriger. Zudem ist die Nähe zur Millionenstadt Köln eine Herausforderung, denn die Szene findet dort ein breites Angebot. Wir versuchen die Menschen von dort und aus dem Umland zu uns zu locken.
Was treibt euch im Netzwerk an?
Wir sehen eine Möglichkeit des Austausches über ästhetische, kulturpolitische und administrative Fragen mit Häusern einer ähnlichen Größe. Dabei sind wir jedoch so unterschiedlich, dass es spannend ist zu erfahren, wie es auch anders funktionieren kann. Wir erhoffen uns für die Zukunft einen Austausch auf künstlerischer Ebene – wenn die finanzielle Situation es zulässt. Und wir sehen in Stipendien und Residenzen einen Weg die nachfolgenden Generationen zu unterstützen und voneinander zu profitieren.
Was bringt ihr konkret ins Netzwerk ein und was ist für euch der größte Mehrwert daraus?
Dreißig Jahre Erfahrung und die Haltung, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben. Wir bringen ein gewachsenes Netz an Künstler:innen mit: Zum einen jene, die wir aus konkreter Zusammenarbeit kennen, im nationalen wie im internationalen Rahmen; zum anderen jene, mit denen wir im Rahmen von Reihen und Festivals an unserem Haus in Kontakt kommen. Was wir uns vom Netzwerk erhoffen: neue Künstler:innen kennenzulernen, die wir noch nicht auf dem Schirm haben – und die vielleicht genau zu uns passen.




